Wallfahrer aus nah und fern kommen
Von Karin Schmidtke
Schenkenzell. Es ist immer wieder beeindruckend,
wie viele Gläubige von weit her sich auf den Weg nach Wittichen machen, um an der
Prozession zu Ehren der seligen Luitgard teilzunehmen. Am Sonntag fand das
Ehrenfest für die Klostergründerin statt.
Neben den Gläubigen aus dem Ort, den Chören, den Vereinsvertretern und dem Musikverein aus Schenkenzell, zog das
Luitgardfest auch ehemalige hier Beheimatete an. So sah man Bernhard Dorner,
den früheren Pfarrer der Seelsorgeeinheit, und Pater Alois Mäntele, gebürtig aus Kaltbrunn, unter den Gästen. Doch auch viele fremde Gesichter hatten sich ehrfurchtsvoll der würdigen Zeremonie angeschlossen, Wallfahrer aus nah und fern.
Ordensschwestern trugen den Schrein mit der Reliquie der Seligen, die
sich bis heute größter Beliebtheit erfreut. Die Selige Luitgard steht symbolisch auch für den Schutz des ungeborenen Lebens und findet ihre Anhänger daher auch aus diesen Kreisen. Die friedfertige, aber mutige
Klostergründerin starb am 16. Oktober 1348. Es heißt, an ihrem Grab fanden
zahlreiche Wunder statt. Priester Berchtold von Bombach schrieb zwei Jahre nach
ihrem Tod Luitgards Lebensweg auf. Tiefer Glaube konzentriert sich an ihrem
Todestag, der in einer Zeit der Kirchenaustritte und Freidenker spürbar auch von Nichtgläubigen respektiert wird. Als Festredner predigte Benno Gerstner aus
Wolfach. Selbstverständlich begleitete auch "Hausherr" Pfarrer Bernd Müller den Witticher Feiertag. Der "Cäcilienchor" und der
Gesangsverein "Frohsinn" sorgten für Abwechslung beim Fest. Natürlich durfte dabei das "Luitgardlied" nicht fehlen. Der ganze
Tag, vom Festgottesdienst bis zur Andacht mit Prozession und anschließendem Kaffeetisch, galt dem Gedenken der emanzipierten Frau.
Nach
alter Tradition führen
die Fahnenträger die Prozession an.
Trachtenträger tragen den
Baldachin, betend beschreitet der Pfarrer den Weg. Fotos: Schmidtke




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